Menu

user_mobilelogo
Rundschau vom 4./5. Dezember 2013 – Albert Unterpirker

Ein Hauch von großer Opernwelt

Stadtmusikkapelle Landeck und drei Solisten ließen Funken überspringen

 

(upi) Einmal mehr präsentierte die Stadtmusikkapelle Landeck beim Cäcilienkonzert einen formidablen und weit gespannten Ohrenschmaus. Qualitätsvoller Höhepunkt war die Darbietung des Aida Music Project 2013, bei dem internationale Solisten den Stadtsaal in eine große Opernbühne verwandelten. Kapellmeister Helmut Schmid dirigierte sein Ensemble hervorragend und durfte sich wie alle Beteiligten über minutenlange Ovationen freuen.

Es war ein Abend, der wohl für alle Besucher – unter ihnen freilich auch zahlreiche Ehrengäste – in unvergesslicher Erinnerung bleiben wird. Und schon der erste Teil des Abends sollte vom Orchester exzellent umgesetzt werden. Während die „Festive Ouverture“ von Dmitri Shostakovich mit seinem teilweise halsbrecherischen Tempo den symphonischen Auftakt bildete, setzte die Stadtmusikkapelle Landeck mit der grandiosen Umsetzung von Philip Sparkes „Symphonic Metamorphosis“ einen klangstarken Meilenstein. Dabei wurde die lyrischen Passagen zart und filigran durchsteuert, bis es über frische und lebhafte Elemente zu marschierfreudigen Nuancen überging und schlussendlich in einem majestätischen Finale gipfelte. Das anspruchsvolle Stück – mit viel Lust und Detailtreue inszeniert – riss die Besucher im ausverkauften Landecker Stadtsaal zu ausgiebigen Beifallskundgebungen hin.

SINNLICHER HÖHEPUNKT.

Nach dem Werk „Escenas de los Aztecas“ von James Barnes, mit dem die Stadtmusikkapelle Landeck heuer beim „World Music Contest“ im niederländischen Kerkrade nach 1997 und 2005 bereits zum dritten Mal eine Goldmedaille holte, wusste anschließend Solist Franz Huber jun. (Horn) bei Ron Hardimans „Suil a Ruin“ zu begeistern. Der erste Teil des Abends fand mit dem weiteren irischen Volkslied „At Kitty O’ Schea’s“ von Johan de Meij seinen Abschluss. Und die Spannung vor dem Höhepunkt des diesjährigen Cäcilienkonzertes schien unter dem Publikum zum Greifen nahe zu sein. Warteten anschließend doch Auszüge aus Richard Wagners „Tannhäuser“ und als absolutes sinnlich-tonales Sahnehäubchen diverse Elemente aus zwei Akten von Giuseppe Verdis „Aida“ auf die Besucher – beide Komponisten feiern heuer bekanntlich ihren 200. Geburtstag.

HAUCH VON WELTBÜHNE.

Präsentiert wurden die Gesangseinlagen bei „Aida“ von drei internationalen Solisten: Jennifer Maines (die gebürtige Kanadierin feierte als Anna in Rodgers’ und Hammersteins Musical „The King and I“ am Tiroler Landestheater einen persönlichen Triumph und erhielt stehende Ovationen), Marija Jakovic (die Serbin war neben sensationellen Aufführungen im Tiroler Landestheater auch als Mezzosopran- Solistin mit den Wiener Vocalisten auf Südkorea-Tournee), und Jesús León (der Mexikaner hatte u.a. in England in der Royal Albert Hall seine Auftritte und sein Österreich-Debüt bei „La Traviata“ in Bregenz). Vorweg: Glänzend unterstützt von der Stadtmusikkapelle Landeck boten die drei Stars eine hinreißende Performance und brachten einen Hauch von internationaler Opernbühne in die westlichste Bezirksstadt Tirols. Und treffender als Moderator Rudi Gamper, der wieder märchenhaft durch den Abend führte, kann man es nicht bezeichnen: „Der Funke ist übergesprungen – man kann sagen: Es war eine Sternstunde!“

 

Eine Galavorstellung der Blasmusik auf internationalem Niveau

Auch bei der 13. Auflage des Music Projects – Cäcilienkonzert der Stadtmusikkapelle Landeck wurde dem Publikum im zweimal ausverkauften Stadtsaal ein Feuerwerk der sinfonischen Blasmusik präsentiert.

Gleich zu Beginn des Konzertabends war mit der „Festive Ouverture“ des russischen Komponisten Dmitri Shostakovich klar, auf welchem Niveau die Stadtmusikkapelle Landeck, unter der Leitung von Helmut Schmid zu musizieren im Stande ist. Mit dem Werk, das mit halsbrecherischen Läufen höchste Ansprüche in Technik und Klang an alle Register stellt, wurde die erste Visitenkarte abgegeben.

Mit den „Symphonic Metamorphosis“ von Philip Sparke und dem Pflichtstück beim World Music Contest 2013, „Escenas de los Aztecas“ von James Barnes, standen zwei große Werke der sinfonischen Blasmusikliteratur auf dem Programm der Landecker.  Mit feinen Klängen, weich, flink und melodischen Passagen in den symphonischen Metamorphosen von Sparke folgte mit „Escensas de los Aztecas, der komplette Gegensatz an Stilempfinden. Ein Werk das im Klang gewalttätig, bedrohlich, einschüchternd, aber zugleich von unheimlich intensiver Musikalität geprägt war.

Dass die Stadtmusikkapelle Landeck hervorragende Musiker in ihren Reihen hat, bewies einmal mehr das herausragende Solo des Landecker Hornisten Franz Huber jun. mit „Suil a Ruin – Walk my Love“ von Ron Hardiman. Mit "At Kitty O'Shea's" - eine von Johan de Meij zusammengestellte Suite aus irischen Volksliedern - begeisterte das Orchester in allen musikalischen Bereichen. Eine technisch herausragende Leistung mit ausgezeichneten Solisten und ein hervorragend ausbalancierter Orchesterklang wurden mit tosendem Applaus belohnt.

 

Der 2. Konzertteil des Music Projects war den beiden musikalischen Jahresregenten 2013 gewidmet. Richard Wagner und Giuseppe Verdi hinterließen großartige Musik und bestimmen nach wie vor die Spielpläne in den Opernhäusern dieser Welt.

Eröffnet wurde mit Auszügen aus “Tannhäuser“. Das Arrangement, in dem die Landecker die Musik Wagners mit wuchtigen, breiten Klängen und im Finale mit technisch anspruchsvollen Passagen im ganzen Orchester intonierten, fand bei den Zuhörern großen Anklang.

Mit den bekanntesten Melodien aus dem 1. und 2. Akt aus der Oper „Aida“  stand wohl eines der bekanntesten Werke von Giuseppe Verdi am Programm der Stadtmusikkapelle Landeck. Schauplatz der Oper ist Ägypten zur Zeit der Pharaonen. Die Titelfigur ist „Aida“, eine nubische Prinzessin, dargestellt von Jennifer Maines (Kanada), die nach Ägypten als Geisel verschleppt wurde. Der ägyptische Heerführer „Radames“, gesungen vom hervorragenden Tenor Jesús León (Mexiko) muss sich zwischen seiner Liebe zu „Aida“ und der Hochzeit mit „Amneris“ ,gesungen von Marija Jokovic  (Serbien), der Tochter des Pharaos,  entscheiden. Mit Jennifer Maines, Marija Jokovic und Jesùs Leòn bewies die Stadtmusikkapelle Landeck, dass drei hervorragende Sänger mit internationaler Reputation für das Music Project 2013 gewonnen werden konnten. Mit weichen Klängen, nie aufdringlich, immer im Einklang mit den Gesangssolisten, glänzend und erhebend in den Tuttistellen, leidenschaftlich aufspielenden Solisten sowie feierlich strahlenden Fanfarentrompeten zeigten die Landecker Musiker ihr Feingefühl und ihre Wandlungsfähigkeit als sinfonisches Blasorchester.

Dieser beeindruckende Konzertabend wurde durch die treffende Wortwahl des Moderators Rudi Gamper aus Südtirol passend ergänzt und abgerundet. Mit zwei Zugaben, die berühmte Arie "O mio babbino caro" und "Brindisi" aus "La Traviata", wurden sowohl die Solisten als auch die Stadtmusikkapelle Landeck mit Standing Ovations des Publikums belohnt.

 

 

Grandiose Feier für Oper und Volksmusik

Bericht der Tiroler Tageszeitung vom 4.12.2013 - Markus Hauser

Zweimal ein ausverkaufter Stadtsaal für die Stadtmusikkapelle Landeck unter der Leitung von Helmut Schmid und für die Solisten Marija Jakovic, Jesús León und Jennifer Maines (v. l.). Foto: Hauser

Landeck – Zweimal war der Stadtsaal Landeck restlos ausverkauft, begeisterte Zuhörer aus Nord-, Ost-, Südtirol, der Schweiz und Bayern, Standing Ovations und eine gefeierte Stadtmusikkapelle Landeck: Der Erfolg gibt der Stadtmusikkapelle Landeck unter der Leitung von Helmut Schmid offensichtlich Recht. Denn prinzipiell müsste man sich fragen: Musikkapelle und Oper, geht denn das? In der Regel sicher nicht, denn zu anspruchsvoll ist die Literatur eines Wagner oder Verdi für die meisten Musikkapellen. Doch die Ausnahme bestätigt bekanntlich die Regel. Zum Auftakt des diesjährigen Cäcilienkonzertes die „Festive Ouverture“ von Dmitri Shostakovich, ein Werk, das ob seiner technischen Ansprüche wohl bei allen Kapellen unseres Landes zum Höhepunkt gereicht hätte. Nach Philip Sparkes „Symphonic Metamorphosis“ folgte „Escenas de los Aztecas“ von James Barnes und man wusste, weshalb die Stadtmusikkapelle diesen Sommer beim World Music Contest in Kerkrade damit Gold holte.

Irische Volksmusik vom Feinsten aus der Feder von Ron Hardimann bzw. Johan de Meij und ein erstklassiges, alle musikalischen Regungen auslotendes Solo-Horn von Franz Huber. Zweiter Teil und ein bravouröses Geburtstagsständchen zum 200. Geburtstag von Richard Wagner und Giuseppe Verdi. Wunderbar hineingehorcht und umgesetzt waren Auszüge aus dem „Tannhäuser“. Schließlich folgte ein Best of aus Verdis „Aida“ und damit ein wahres musikalisches Feuerwerk. Mit den am Landestheater Innsbruck tätigen Marija Jakovic (Serbien), Jennifer Maines (Kanada) und Jesús León (Mexico) als Solisten war es die beste Werbung für die Oper und so mancher, der bis dato einen Opernbesuch scheute, wird den Schritt in nächster Zeit wohl wagen. (hau)

 

ANREISE LANDECK

 
 

ONLINE SHOP