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Ein Bericht des Fachmagazin für Blasmusik "brawoo" 1-2/20

Bru in Landeck

LANDECK | Die Stadtmusikkapelle Landeck ist als sinfonisches Blasorchester mit internationaler Reputation seit Jahren ein Eckpfeiler des Landecker Kulturgeschehens. Ein Musik-Highlight der Region sind die Landecker Festwochen „Horizonte“, bei denen in und um Landeck Konzerte mit international erfolgreichen Künstlern stattfinden. Als Programmgestalter fungiert der gebürtige Landeck Karl-Heinz Schütz, Soloflötist der Wiener Philharmoniker und Dozent von Weltruf. Sein Programm spannt Bögen zwischen Alter Musik – vom intimen Kammermusikkonzert bis zum großen Open Air. Der Kreis der Musiker setzt sich aus Wegbegleitern aus seinem Wiener Umfeld sowie international erfolgreichen Tiroler Künstlern zusammen.

Ein großes Anliegen von Karl-Heinz Schütz ist auch die Einbindung der Tiroler Musikszene. Die Konzertreihe 2019 wurde deshalb durch ein Open-Air-Konzert der Stadtmusikkapelle Landeck unter der Leitung von Helmut Schmid abgeschlossen. Auf dem Programm standen Werke von Franz von Suppé, Thomas Doss, Samuel r. Hazo und John Williams. Höhepunkt des Konzertabends war die Aufführung des Konzerts für Violoncello und Blasorchester von Friedrich Gulda. Als Solist konnte Sebastian Bru von den Wiener Philharmonikern gewonnen werden.

Rhythmische Präzision, Mut zum Kontrast

Der Stadtmusikkapelle Landeck gelang an diesem Abend ein schlüssiges Gesamtkonzept, wohldosiert und transparent. Wie in kleiner Besetzung bei Gulda, so setzte man auch im großen Orchesterapparat auf bläsersinfonische Qualitäten. Transparente Gestaltung quer durch die Partitur. Detailreicher Tiefenklang, rhythmische Präzision und Mut zum Kontrast. Das „Horizonte“ – Publikum darf gespannt sein auf eine Fortsetzung dieses Open-Air-Konzerts im Rahmen der Landecker Festwochen 2020.

 

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Sebastian Bru, Cellist bei den Wiener Philharmonikern, spielte zum Finale der Festwochen auf dem Landecker Stadtplatz groß auf.

 

Ein Bericht von Markus Hauser - Tiroler Tageszeitung

“Horizonte“ in Landeck: Raserei und Sehnsuchtsmelodien

Das Finale von „Horizonte“ setzte auf Unkonventionelles von Friedrich Gulda.

Landeck – Es gibt kaum ein Musikstück, das gleichermaßen in einen exklusiven Konzertsaal wie in ein Bierzelt passt: Friedrich Gulda­s Konzert für Cello und Blas­orchester. 1980 für den Cellisten Heinrich Schiff geschriebe­n, vereint das Werk E- und U-Musik genial.

Zum Finale der Festwochen Landeck Horizonte war es weder der Konzertsaal noch das Bierzelt, sondern der Stadtplatz, auf dem Sebastian Bru, Cellist der Wiener Philharmoniker, sein Musikerherz am Genre-Mix aus alpenländischer Melodie, Funk, Rock, Jazz und großer romantischer Geste ausleben durfte. Mit einem Ensemble der Stadtmusikkapelle Land­eck unter der Leitung von Helmut stand ein­e der besten Blasmusikformationen des Landes hinter Bru.

Wenn es nach flippiger Ouvertüre und idyllischem Ländler an die groß angelegte, virtuose Cello-Kadenz geht, dann ist eine entfesselte Raserei angesagt. Zwar ist die Kadenz ausgeschrieben, Freiheiten bietet sie dennoch zuhauf. Der mit den unterschiedlichen musikalischen Genres vertraute Sebastian Bru, er stand schon mit Rudolf Buchbinder oder Ildikó Raimondi auf der Bühne, nützt diese Freiheiten höchst kreativ. Die technisch extremen Herausforderungen, man denkt bei der Kadenz unwillkürlich an Dmitri Schostakowitsch, serviert er mit ausgefeilter Technik. Es kratzt, wo es kratzen muss, singt und lacht, wo es soll, ist transparent und intim, aufreibend und besänftigend. Einem höfischen Tanz gleich, glättet Bru im vierten Satz sinnbildlich die Wogen, ehe er im Finale alla marcia ins Bierzelt lädt und mit ungestümem Temperament Volksfestlaune versprüht.

Die Stadtmusikkapelle Land­eck gelingt ein schlüssiger Gesamtklang, wohldosiert und transparent. Weshalb die Stadtmusikkapelle Land­eck bei den renommiertesten Blasmusikwettbewerben Europas für ihre Leistungen mehrfach vergoldet wurde, erschloss sich auch in großer Besetzung im ersten Teil des Programms mit Werken von Franz von Suppé, Thomas Doss, John Williams und Samuel Hazo. Feinarbeit quer durch die Stimmen, detailreicher Tiefenklang, rhythmische Präzision und der Mut zum Kontrast. Kammer­musikalische Feinheit gepaart mit bläsersinfonischen Qualitäten. (hau)

 

 

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